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Haut & Fell

Haut und Fell der Katze

von Marcus Skupin | Welt der Katzen
Stand: 25.02.2017

Katzenhaut

Haut einer Sphynxkatze

Sphynxkatze

© Marcus Skupin

Haut und Fell der Katzen erfüllen vielfältige Aufgaben.

Die Haut ist nicht nur die äußere Hülle des Katzenkörpers, sondern auch eines der größten Organe der Katze. Am Rumpf der Katze nimmt die Dicke der Haut dorsoventral, d.h. vom Rücken zum Bauch hin, an den Extremitäten proximodistal, d.h. von der Körpermitte zu den Enden der Gliedmaßen hin, ab. Die dicksten Hautstellen befinden sich folglich bei der Katze im Nackenbereich sowie in der Lenden-Kreuzbeingegend, die dünnsten Hautstellen seitlich an den Enden der Gliedmaßen (Nickel u.a., 2005).
Neben der Schutzfunktion z.B. vor Austrocknung des Körpers, mechanischen Einwirkungen und dem Eindringen von Mikroorganismen dient die Haut im Zusammenspiel mit dem Fell (Sommer- bzw. Winterfell) auch der Wärmeregulation des Körpers, als Ausscheidungsorgan (Talg, Schweiß, Pheromone) sowie als Sinnesorgan. Darüberhinaus können in der Haut bis zu 10 % des Blutes einer Katze gespeichert werden.

Die Haut ist aus vier Schichten "zusammengesetzt". Von aussen nach innen besteht sie zunächst aus der Oberhaut, der sogenannten Epidermis, gefolgt von der Lederhaut, dem Korium und der Unterhaut, der Subkutis. Jede dieser Hautschichten hat andere Aufgaben, wobei diese sich selbstverständlich ergänzen.

Die Epidermis, also die Oberhaut schützt den Katzenkörper vor Einwirkungen von aussen. Je mehr die Epidermis beansprucht wird, desto dicker ist sie. Sehr gut lässt sich das zum Beispiel an den Fußballen erkennen, die ja beim Laufen und Springen direkten Bodenkontakt haben und somit auch extrem beansprucht werden.
Aus Einstülpungen der Epidermis wachsen die Haare, deren Papille sich bereits in der Subkutis befindet. Um diese herum finden sich zum Teil Talgdrüsen und die Analbeuteldrüsen liegen gar komplett in der Oberhaut.

Die Lederhaut ist eine sehr elastische Hautschicht, in der die Blutgefäße sowie die Nervenenden münden, durch die die Katze Schmerz und Temperatur empfinden kann und die für den Tastsinn der Katze unerlässlich sind.

In der Subkutis befinden sich die Haarpapillen. Sie besteht wie auch die Lederhaut aus elastischem Gewebe. Ihre Hauptaufgabe besteht aus der Speicherung von Fett. Wird allerdings zuviel Fett eingelagert, verliert sie die Elastizität was zur Verringerung der Nährstoffversorgung der Epidermis und der Haarpapillen führt.

Katzen verfügen vorwiegend im Rückenbereich über Schweißdrüsen (ekkrine Drüsen), können jedoch keinen sichtbaren Hautschweiß bilden. Apokrine Schweißdrüsen (Duftdrüsen) sind besonders gut in den Kinnwinkeln, an den Lippen, im Bereich der Zitzen sowie zwischen den Zehen- und Sohlenballen entwickelt.

Fell

Katzenfell

Katzenfell

Raederkatze, gemeinfrei

Großkatzen haben zumeist ein Fell in bräunlicher, sandfarbener oder auch rötlicher Grundfarbe, die sich innerhalb der Arten sowie auch regional leicht unterscheiden. Eine rötliche Fellfärbung ist indes kein Nachteil, wie man unter "Alles Tarnung" nachlesen kann.

Hauskatzen kommen in allen erdenklichen Fellfärbungen sowie in Wildfärbung vor, die sich bei ihnen nach wie vor erhalten hat. Wilde Katzen und wildfarbene Hauskatzen besitzen eine einheitlich dunkle Hautfarbe, bei andersfarbigen Hauskatzen ist die Hautfarbe teils aufgehellt.

Katzenhaare sind in Büscheln angeordnet, bei denen aus einer Haarbalgöffnung ein Leithaar (ca. 41 mm), einige Grannenhaare (ca. 37 mm) sowie mehrere Wollhaare (ca. 20 mm) wachsen. Dabei verfügt jedes Haarbüschel über einen zugehörigen Talgdrüsenapparat und jedes Leithaar über eine Schweißdrüse (Nickel et al., 2005).
Die Behaarung unterscheidet sich in Dicke, Länge und Dichte, grundsätzlich in Abhängigkeit vom Lebensraum den die Katze bewohnt; bei einzelnen Individuen zudem je nach Körperstelle.
Wie bei anderen Säugetieren, einschließlich des Menschen erfüllt das Haar, d.h. bei der Katze natürlich das Fell verschiedene Aufgaben. Zunächst einmal schützt das Katzenfell den Körper vor der unmittelbaren Einwirkung von Temperaturschwankungen, indem es eine Art »Isolierschicht« bildet. Im Winter hält es die Körperwärme der Katze etwas länger am Körper und verhindert ein schnelles Auskühlen, im Sommer wird das größte Organ der Katze, die Haut vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt. Der Katzenkörper heizt sich weniger schnell auf und erhält zusätzlich einen Schutz vor schädlicher UV-Strahlung.
Daneben unterstützt das Fell den Schutz des Körpers vor Witterungseinflüssen wie Regen, indem es nicht unbeträchtliche Mengen der Feuchtigkeit aufnimmt. Außerdem ermöglicht es der Katze in freier Wildbahn durch spezielle Pigmentierung des Haares eine Tarnung, unterstützt die Kommunikation mit Artgenossen, beispielsweise beim Imponier- und Drohgebaren, durch Aufstellen des Felles und die Verbreitung von Pheromonen durch das größere Körpervolumen.

Die Haardichte der Katze beträgt etwa 25.000 je Quadratzentimeter (qcm). - Zum Vergleich erwachsene Hunde haben eine Haardichte von 1.000 bis 9.000 je qcm, der Mensch auf der Kopfhaut etwa 175 bis 350 Haare je qcm.
"Haarlose" Katzen verfügen über die gleiche Dichte von Haarfollikeln (Haarbalg) wie behaarte Exemplare. Die Haarlosigkeit erklärt sich bei diesen Tieren vielmehr aus Veränderungen der Follikelgröße und -form. Die Haarfollikel bei Nacktkatzen sind oft kleiner und im Gegensatz zu denen normal behaarter Katzen kurvig oder geknickt (Genovese u.a., 2014). In den Follikeln kann eine übermäßige Ansammlung von Keratin auftreten (infundibuläre Hyperkeratose), die zu einer Erweiterung (Dilatation) des Follikels führt. Zudem zeigt die im Haarbalg liegende Wurzelscheide unter Umständen Veränderungen.

Auffällig ist, das die Musterung des Felles auch bei verschiedenen und räumlich weit getrennt Arten, wie z.B. den Leoparden (Afrika und Asien) und den Jaguaren (Mittel- und Südamerika) fast identisch ist. - Gleiches gilt auch für die Fellfärbung des Löwen, des Karakal sowie den zu den Kleinkatzen zählenden Pumas.

Bei den Kleinkatzen gibt es verstärkt Unterschiede in der Fellfärbung, obwohl auch hier die Fleckenzeichnung unabhängig von der Katzenart deutlich überwiegt. Beispiele hierfür sind Ozelot, Luchs, Nebelparder, Fischkatze, Bengalkatze, Serval und andere.

Neben den normalen Haararten verfügen Katzen über sogenannte Sinushaare. Diese besonders kräftigen Haare sind in einem Blutsinus verankert und gehören zu den Sinnesorganen. Bekannteste Sinushaare oder Vibrissen sind die Schnurrhaare.

Arten der Haare

Tiere besitzen unterschiedliche Haararten:

Deckhaar: ist ausschlaggebend für Färbung und Dichte des Fells, bestehend aus Grannenhaaren (unten fein, nach oben hin spindelig verdickt = Granne), Stichelhaar (nicht gewelltes, straffes Haar), Leithaar (geringere Anzahl, dicker, kürzer);

Wollhaar: feine, stark gewellte Haare; saisonal abhängige Menge, kurz;

Langhaar: feste Haarform am Schwanz;

Borstenhaar: sehr grobes Fellhaar (z.B. Wimpern);

Tasthaar (Vibrissen): meist in kleinen Gruppen stehendes Haar ohne Haarbalgdrüse, statt dessen haben die Wurzeln Kontakt zu Nerven, die (mechanische) Berührungsreize an das Gehin übertragen.

Fellwechsel

Das Katzenfell wird regelmäßig erneuert. Es wächst nach. Das einzelne Haar wird - in seiner Wachstumsphase - täglich um etwa 0,3 mm länger und wächst damit etwa doppelt so schnell wie Hundehaar.

Bei wild lebenden Katzen ist der Fellwechsel an die Jahreszeiten gebunden. Zum Frühjahr hin wächst lichteres Sommerfell während zum Herbst, wenn langsam mit kälteren Temperaturen "zu rechnen" ist, die Katzen ein wärmendes Winterfell bekommen.

Bei unseren Hauskatzen, die oft das ganze Jahr über in nahezu gleichbleibend temperierten Wohnäumen leben, wird das Fell kontinuierlich erneuert. Eine kontinuierliche Erneuerung erfolgt auch bei den Vibrissen der Katze.

Quellen:

* Genovese, David W.; Johnson, Tammy L.; Lamb, Ken E.; Gram, Wallace D.; Histological and dermatoscopic description of sphynx cat skin
* Nickel, Richard; Schummer, August, Seiferle, Eugen; Lehrbuch der Anatomie der Haustiere; Band III, Kreislaufsystem, Haut und Hautorgane, 4. unveränd. Auflage, Parey Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8304-4164-9; S. 500