Hauskatze
Sandkatze
Eurasischer Luchs
Gepard
Hauskatzen am Topkapi

Nachwort

Diese Geschichte, dieser Teil meines Lebens hat sich in den Jahren zwischen 1960 und etwa 1995 des vorigen Jahrhunderts abgespielt. 1992, als wir mit den letzten Katzen nach Driel gezogen waren, fing ich an, meine Erinnerungen aufzuschreiben. Das ging dann so: Ich schrieb ein Kapitel oder einen Teil eines Kapitels, druckte es aus und dann las mein Mann, bei einem Tässchen Kaffee mir vor, was ich geschrieben hatte, denn ich muss so etwas hören. Auditiv nennt man das, glaube ich,

Dann verbesserte mein Mann mein holländisch, da wo es nötig war, denn es handelt sich hier natürlich um den ursprünglichen, holländischen Text. Er sorgte auch dafür, dass die Chronologie stimmte, denn ab und zu verschoben sich meine Erinnerungen ein wenig, und mein Mann fügte seine Erinnerungen dazu. Dann wurde das verbesserte Kapitel noch einmal geschrieben, ausgedruckt, noch einmal gelesen, und abgeheftet.

Als dann alles fertig war (in sofern so etwas überhaupt wirklich fertig ist), hatte ich nicht den Mut, es vor „die Wölfe zu werfen“, d.h. es unzähligen Verlagen anzubieten, bis ich endlich einen finden würde, der sich wenigstens die Mühe geben würde, es überhaupt zu lesen. Wie ich schon im Buch schrieb, was es das letzte Weihnachtsgeschenk meines Mannes, mir zu ermöglichen, das Buch in eigener Ausgabe drucken zu lassen. Ein guter Freund, Marvin Miseroy, bot sich an das Lay Out zu versorgen und er fand auch einen Drucker, der es druckte. Zum Glück hat mein Mann das noch erlebt und sogar noch einen Probedruck gesehen. Als es dann 1996 fertig war, lebte er schon nicht mehr.

Dass das Buch dann, trotz fehlender Lobby und außerhalb des Buchhandels doch ein Erfolg wurde, hatte ich den verschiedenen Katzenzüchtervereinen zu verdanken, die mir ermöglichten, es auf den vielen Ausstellungen zu verkaufen und es in ihren Zeitschriften propagierten. Der Rest war dann Mund zu Mund Reklame.

Nun ist es so, dass ich in diesen Jahren regelmäßig zu den jährlichen Klassentagen meiner alten Schule nach Minden fuhr. Einigen meiner alten, treuen Schulfreundinnen brachte ich ein Exemplar der holländischen Ausgabe mit, der Bilder wegen, den Text konnten sie ja leider nicht lesen. Dort wurde ich dann ermutigt, das Buch ins deutsche zu übersetzen. Also machte ich mich wieder an die Arbeit. Eine richtige Übersetzung ist es nicht geworden, schließlich waren manche Dinge für deutsche Leser nicht relevant, dagegen gab es Sachen, die ich jetzt schreiben konnte oder wollte, die inzwischen verändert waren oder das eine oder andere das doch nur auf deutsche Verhältnisse zutraf. Aber die Hauptsache, die Geschichte meiner Tiere blieb natürlich die Gleiche.

Diesmal hatte ich viel Hilfe von Seiten meiner alten Schulfreundin Hannelore Schomer und ihrem, leider inzwischen verstorbenen, Mann Ernst Schomer, die Kapitel für Kapitel mitlasen und mich unterstützten. Zum Schluss kam dann noch große Hilfe von Frau Barbara Leyhausen, der Witwe von Professor Leyhausen, ohne dessen viele gute Ratschläge zur Haltung meiner Wildkatzen das alles wohl nicht so gut gelungen wäre. Sie hat das Buch noch einmal gut durcharbeitet und vor allem viele wertvolle Beiträge über die Wildkatzen beigetragen.

Aber auch jetzt hatte ich wieder nicht den Mut bei zahllosen diesmal deutschen Verlagen zu „antichambrieren“. Und so würde der Text der deutschen Ausgabe wohl noch immer bei mir in der Schublade liegen, wenn mir nicht ein anderer Zufall zu Hilfe gekommen wäre. Bei einer gemeinsamen Bekannten traf ich Klaus Butz. Ich hatte einmal wieder die holländische Ausgabe meines Buches bei mir, Klaus Butz sah sie und war begeistert. Als er dann hörte, dass es eine deutsche Version gäbe, die noch nicht gedruckt sei, bot er mir an, den Text ins Internet zu setzen. Für mich was das wie ein Wunder und dankbar nahm ich an und schickte ihm meine Disketten mit dem deutschen Text. Nur mit dem Text, denn cd Romscheiben hatte ich damals noch nicht und für Fotos war kein Raum auf den Disketten. Klaus Butz setzte den Text dann sehr schön als „link“ auf seine Website. Später sollten die Bilder dann noch dazu kommen, aber leider kam es dazu nicht weil Klaus erkrankte.

Der Text wurde aber doch relativ oft gelesen und ab und zu bekam ich eine Mail als Reaktion darauf, -zum Glück nur anerkennende Reaktionen. Eine davon kam von Michael Schwarz. Es entwickelte sich eine Korrespondenz in deren Verlauf ich ihm schrieb, wie sehr ich es bedauerte, dass die Fotos zum Buch nicht in der Internetversion wären. Michael Schwarz bot mir dann an, die Fotos in den Text zu setzen. Das war das sovielste Wunder das mir im Zusammenhang mit meiner Geschichte passierte. Natürlich nahm ich dankend an und seitdem schickte ich immer wieder Fotos per e-mail an Michael Schwarz, der sich unglaublich viel Mühe gab, sie genau dort einzufügen, wo ich sie haben wollte. Das Ergebnis steht jetzt auf einer neuen Website mit vielen Fotos.

Aber dabei ist auch noch nicht geblieben. Ab und zu bekam ich dann Mails in
denen auf mein Buch reagiert wurde, zum Glück nur positive. Oft wurde ich gefragt, ob mein Buch auch gedruckt zu kaufen sei. Darauf musste ich dann zu meinem Bedauern immer mit „nein“ antworten, “Es gibt keine gedruckte deutsche Version meines Buches, nur eine holländische.“ Bis ich eines Tages wieder eine solche Frage nach dem Buch bekam von einer, mir bis dahin unbekannten Sabine Skupin der ich wieder dieselbe Antwort geben musste.

Aber dieses Mal bekam ich eine Rückantwort und zwar eine, die mich so überraschte, dass ich sie erst nicht glauben konnte. Dieses Mal kam die Mail von einem, mir bis dahin ebenfalls unbekannten Marcus Skupin. Er fand es so schade, dass mein Buch nicht in deutscher Sprache erschienen sei, dass er dafür sorgen wolle, dass das Buch gedruckt wird. Ich war völlig überwältigt und sagte natürlich sofort „ja“ und jetzt bin ich Marcus und Sabine Skupin zu ganz besonderem Dank verpflichtet für die viele Mühe, die sich, vor allem Marcus Skupin damit gemacht hat. Wie viel Arbeit das war, kann ich nur ahnen. Er hat es mir erklärt, aber ich bin nicht technisch genug um alles gut zu begreifen. Das Resultat haben Sie, wenn Sie dies lesen, in der Hand und dann werden sie verstehen, wie dankbar ich Marcus Skupin bin und vielleicht – wenn Ihnen das Buch ein wenig Freude gemacht hat - Sie, der Leser, die Leserin auch.

Marcus Skupin hat mir einen Herzenswunsch erfüllt, von dem ich bis dahin nur träumen konnte. Ich bin jetzt 88 Jahre alt, die Geschichte ist ein Teil meines Lebens, der beste Teil.
Dass sie, dank der Initiative eines Tierfreundes noch einmal zum Leben kommt, hat dafür gesorgt, dass ich sicher bin, das das Buch unter einem guten Stern steht.

- Wie soll ich mich für das alles bedanken? Ich weiß es nicht. Ich kann nur sagen, mein Dank kommt von ganzem Herzen. So war nun alle Mühe nicht umsonst, aber was das wichtigste ist:
Es ist mein fester Glaubens, dass alles Leben weiter lebt, so lange noch jemand daran denkt. Viele der Menschen, die in meinem Buch vorkommen, leben nicht mehr und keinse der Tiere. Aber sie alle werden noch ein wenig weiter leben, wenn ihre Geschichte gelesen wird.

Broek op Langedijk, im Frühjahr 2008

Maria Falkena